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Wilhelm Löhe - sein Leben, sein Erbe Drucken E-Mail

Dieses Jahr hätte Pfarrer Wilhelm Löhe seinen 200. Geburtstag feiern können.

 

Der am 8. Februar 1808 in Fürth Geborene ist ein Sonntagskind, so begabt wie eigensinnig und beharrlich. Nach theologischer Ausbildung tritt er 1837 seine erste und einzige Pfarrstelle in Neuendettelsau an. Seinen ersten Eindruck erinnert er im Rückblick so: „Nicht tot möchte ich in diesem Neste sein.“ [Dennoch ist er 1872 in Neuendettelsau gestorben.] Mit den Folgen der ärmlichen Lebensverhältnisse auf dem Land ist er hier ganz unmittelbar konfrontiert, nicht nur weil die Armen- und Krankenpflege zu seinen Aufgaben gehört. Seine Frau Helene, die er innig liebt, stirbt mit 23, nachdem sie ihm in kürzester Zeit vier Kinder geboren hat. Die medizinische Versorgung ist völlig unzulänglich, die Säuglingssterblichkeit enorm hoch, weil die Arztdichte in Bayern damals bei 1:3000 liegt.

Löhe sinnt auf Abhilfe, weiß, dass sich die Lebensverhältnisse ohne Bildung nicht verbessern lassen, will insbesondere die Talente von Frauen fördern. Nacheinander gründet er Diakonissenanstalt und Kinderheim, Industrieschule und Krankenhaus, fördert Geistigbehinderte in einer eigenständigen Einrichtung und bildet sogenannte „Nothelfer“ aus, um die Nöte derjenigen zu lindern, die vor der Armut in der fränkischen Heimat nach Nordamerika geflüchtet sind. Ihre Auswanderung hatte er in Gruppen organisiert, auf dass sie sich in Nordamerika gemeinsam niederlassen.

Heute würde man sagen: He is on a mission. Er will die vom Glauben abgefallenen Christen durch diakonisches Handeln wieder in die Kirche zurückholen. 1849 ruft er die "Gesellschaft für Innere Mission" als Missionsorganisation und Bekenntnisbewegung ins Leben, die Vorläuferin der heutigen "Gesellschaft für innere und äußere Mission im Sinne der lutherischen Kirche".  In nur 15 Jahren baut er ein komplexes diakonisches Zentrum auf, das 15 Häuser umfasst und über die entsandten Diakonissen und Missionare auch in Übersee Wurzeln schlägt.

Das Evangelische Fernsehen erinnert in dieser Dokumentation an einen imponierenden bayerischen Lutheraner, der nicht zuletzt durch seine Schriften sehr zur Profilierung der Evangelischen Kirche beigetragen hat. Ausgehend vom Jahresfest der Diakonie Neuendettelsau, geht Autorin Monika Manoutschehri Löhes Spuren in Neuendettelsau nach, begegnet Matthias Honold, Archivar der Diakonie, und Hermann Schoenauer, Leiter der Diakonie Neuendettelsau, dem Leiter des Löhe-Museums, Dr. Hans Rößler, und dem Gemeindepfarrer Jürgen Singer sowie dem Präsidenten des Diakonischen Werkes Bayern, Dr. Ludwig Markert.