Home Sendungen 2009 Der Windsbacher Knabenchor: Anfangen, wo andere aufhören
frontparkbank.jpg
frontbildballon.jpg
fronturlaub.jpg
Der Windsbacher Knabenchor: Anfangen, wo andere aufhören Drucken E-Mail

Eine bayerische Boygroup der besonderen Art porträtiert Lebensformen in einer Sonderaus­gabe zu  Weihnachten: Doch klingt der Winds­bacher Knabenchor eher wie ein wunderbar gestimmtes Instrument denn wie ein vielstimmi­ger Chor. Für die unverwechselbare Stimmfar­be und die viel gerühmte Stimmkultur ist seit 30 Jahren Karl-Friedrich Beringer verantwort­lich. Der heute 61-jährige Leiter und Dirigent hat die Jungs aus der fränkischen Provinz mit viel Disziplin und Strenge zu einem Spitzenen­semble geformt. Das Lukas-Wort „Wem viel an­vertraut ist, von dem wird auch viel gefordert“ könnte sein pädagogisches Credo sein. Das geht nicht immer ohne Konflikte mit den jun­gen Sängern und manchen Eltern ab.

 

Rund 150 Köpfe zwischen 9 und 19 Jahren zäh­len die Windsbacher insgesamt, allerdings sind da auch die etwa 35 Neulinge und vielen Stimmbrüchler mitgezählt, die nicht zu den etwa 50 Konzerten jährlich reisen. Ihr Zuhause haben die jungen Sänger im Internat, dort fin­den auch Stimmbildung, Musiktheorie, die täg­liche Chorprobe und verpflichtende Studierzeit statt. Im externen Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium gibt’s für die Jungs spezielle Chor­klassen. Der Tagesplan der Choristen ist straff, die Freizeit knapp.

In Windsbach ist Johann Sebastian Bachs An­spruchs spürbar, die Musik in den Dienst der Botschaft zu stellen. Deshalb ist das Reper­toire der Windsbacher geistlich geprägt und reicht von der Renaissance bis zur Moderne. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern steuert fast 30 Prozent zum Unterhalt von Ensemble und Internat bei.

Ursula Auginski hat die Windsbacher im Schul- und Probenalltag beobachtet, zeigt Licht- und Schattenseiten einer Elitepädagogik. Und sie begleitetet den so wunderbar  homogenen, voluminösen, kraftvollen und geschmeidigen Chor zu einem vorweihnachtlichen Konzert in der prachtvollen Jakobskirche in Oettingen.

 

Ein Film von Ursula Auginski