|
Der kleine Luis Alfredo Grieser wird nächstes Jahr im oberbayerischen Ottobrunn eingeschult, auch wenn er aus Kolumbien stammt. Er sagt Mama zu einer Frau, die ihn nicht geboren hat, und Papa zu einem Mann, der ihn nicht gezeugt hat. Luis ist ein Adoptivkind. Weil Christina Grieser keine eigenen Kinder bekommen kann, entschieden sich Griesers für eine Adoption und merkten bald, dass eine Inlandsadoption fast aussichtslos ist: rein rechnerisch stehen einem zur Adoption vorgemerkten deutschen Kind zehn mögliche Adoptivelternpaare gegenüber. Bei Kindern aus dem Ausland gibt es eine solche Konkurrenz nicht, allerdings sind dort oft dubiose private Vermittler beteiligt, was die Griesers nicht wollten. Am 27. Juni erzählt das evangelische Magazin Lebensformen ihre Geschichte.
Wer ein Kind adoptieren will, braucht viel Geduld: Zunächst prüft das Jugendamt sorgfältig die Eignung, erst danach kann man beim Landesjugendamt oder einer staatlich autorisierten Agentur vorstellig werden, die die Adoption vermittelt. So will es die Haager Konvention, ein internationales Abkommen zur Sicherung des Kindeswohls bei Adoptionen, die Deutschland 2002 ratifiziert hat. Griesers wandten sich an AdA, eine staatlich und als gemeinnützig anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle, die seit gut zehn Jahren ausländische Kinder vermittelt − hauptsächlich aus Kolumbien. Auf Luis haben Griesers zwei Jahre gewartet. Dann, nach vier Jahren Wartezeit, haben sie auch noch Kristian bekommen. Das machte ihr Glück rund, auch wenn der Alltag manchmal anstrengend ist. Auch in an deren Familien ist nicht nur Sonnenschein.
Die möglichen Probleme bei Auslandsadoptionen, wie die frühe Trennung von der (biologischen) Mutter und die Verpflanzung aus dem eigenen Kulturkreis, und wie man seriöse Vermittler findet, dar über spricht Moderator Hartmut Joisten mit einem Mitarbeiter von „Pfad für Kinder“.
Im Anschluss an die Sendung können sich die Zuschauer mit Fragen zur Adoption ans Service-Telefon von Lebensformen wenden: 089 12172172.
Filmbeiträge: Monika Manoutschehri

Moderation und Redaktion: Hartmut Joisten
|