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Günter Krömer wollte mal Lehrer werden, woraus nichts wurde. Als er dann in Rente ging, suchte er eine sinnvolle Aufgabe − und wurde der erste von 11 Lesepaten an der Ingolstädter Herschelschule. Diese Ausgabe des evangelischen Beratungsmagazins Lebensformen stellt Patenschaften vor, eine neue Form des Ehrenamts, nämlich projektbezogen und zeitlich begrenzt.
Krömer und die anderen „Lesepaten“ geben Migranten-Kindern Nachhilfe, damit sie den Schulabschluss schaffen. Vor allem aber nehmen sie sich Zeit und haben ein offenes Ohr für die Interessen und Probleme der Halbwüchsigen. Maria M. ist schon seit längerem arbeitslos. Damit sie endlich wieder in Brot und Lohn kommt, coacht Ralf Hanreich sie. Doch ist der gelernte Sozialpädagoge kein gewöhnlicher „Fallmanager“ vom Arbeitsamt. Er ist einer von knapp 400 Jobpaten bundesweit, die ehrenamtlich das erledigen, was sonst Aufgabe der Jobcenter und privaten Arbeitsvermittler ist: Arbeitslose in Jobs zu vermitteln. „Arbeit durch Management“ heißt das Projekt, das vor sieben Jahren vom Diakonischen Werk Brandenburg gestartet wurde und mittlerweile an 23 Standorten in der Republik vertreten ist. Seit dem Frühjahr 2008 auch in Landshut, wo Ralf Hanreich einer der ersten Jobpaten wurde. Engagement und Durchhaltevermögen brauchen beide: die Paten genauso wie die großen und kleinen Paten-„Kinder“. Das Wichtigste ist jedoch der Spaß auf beiden Seiten, das macht auch Harald Keiser, der beim Diakonischen Werk Bayern fürs Ehrenamt zuständig ist, im Studiogespräch des Beratungsmagazins Lebensformen deutlich. Der Lohn im Patenamt kommt, wenn der Einsatz zwar umsonst, doch am Ende nicht vergeblich ist. Auf jeden Fall ermöglicht die Patenschaft ein anderes Verständnis − zwischen jung und alt ebenso wie zwischen Arbeitslosen und Managern. Am Ende dieser Lebensformen ahnt der Zuschauer: Neue Paten braucht das Land. zur DVD |