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G8 und jetzt?! Drucken E-Mail

In Deutschland häufen sich die Klagen von Lehrern, Schülern und Eltern über das Abitur nach zwölf Jahren (G8), das Bayern 2004/5 einführte. Da die Kultusministerkonferenz bis zum Abitur 265 Wochenstunden verlangt, muss der Stoff verdichtet und der Unterricht in den Nachmittag ausgedehnt werden. Nun fühlen sich viele Schüler überlastet. Die Schulpolitik wird auf einmal Wahlkampfthema. Haben die Kinder durch das G8 tatsächlich ein Pensum zu bewältigen, das nicht einmal berufstätigen Erwachsenen zugemutet wird?

Das Beratungsmagazin Lebensformen hat sich bei zwei Familien mit Gymnasiasten umgesehen, die mit der Belastung ganz unterschiedlich zurechtkommen. Josef Kraus, Direktor des Montgelas-Gymnasiums in Vilsbiburg bleibt erbitterter Gegner des achtjährigen Gymnasiums. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes sieht die kulturelle und politische, musische und sportliche Bildung durch die verkürzte Schulzeit in Gefahr. Allenfalls 10 bis 20 Prozent der Schüler, denen das Lernen leicht fällt, schätzt er, profitierten von der Verkürzung ihrer Schulzeit. Nun fehle die Zeit für musikalische und sportliche Freizeit­aktivi­täten, sowie in der Jugendarbeit der Kirchen­gemeinden, klagt Studiogast Thomas Lillig, Vorsitzender der Landeselternvereinigung der Gymnasien in Bayern (LEV).

Zwischen 2010 und 2014 werden die großen Flächenländer gleich zwei Abiturienten-Jahrgänge entlassen. Bislang ist Deutschland auf diesen Studentenberg unzureichend vorbereitet. Der Vorteil, das gewonnene Jahr, könnte dann ganz schnell verloren gehen, wenn die Studienbewerber vor den verschlossenen Türen überfüllter Universitäten stehen.

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