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Brücke heißt Köprü im Türkischen. Für die Begegnungsstätte im Nürnberger Multi-Kulti-Stadtviertel Gostenhof könnte kein Name passender sein: Brücke - Köprü. Seit 15 Jahren treffen sich hier Christen und Muslime. Sandra Zeidler porträtiert in dieser Ausgabe der Lebensformen die mehrfach ausgezeichnete Initiative, die seit 2008 vollständig vom evangelisch-lutherischen Dekanat Nürnberg getragen wird.
Seit der Informatiker Thomas Düthorn, 40, mit dem Fahrrad von Nürnberg nach Istanbul und durch Syrien, Jordanien und Israel gereist ist, ist er engagiert bei „Bibel und Koran“, dem Gesprächskreis zum Glauben. Der Austausch über Glaubensfragen, die aus dem Alltag kommen, ist ihm ein Bedürfnis geworden. Umgekehrt kann er dann auch dem Hauskreis seiner evangelisch-methodistischen Gemeinde den Sinngehalt des islamischen Rufes Allahu akbar nahe bringen: Gott ist größer.
Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Türkei, in Eskişehir studiert, durch Heirat nach Deutschland gekommen – Gülsan Boz (44) lebt seit rund 18 Jahren in Nürnberg. Sie lernte deutsch, bekam zwei Kinder, arbeitete als Putzfrau. Durch die Begegnung mit Anders-gläubigen hat sich ihr eigener, ursprünglich traditionell religiöser Horizont erweitert, hier vertiefte sich ihr eigener Glaube. Unter der Leitung von Pfarrer Hans Martin Gloël und Diakonin Doris Zenns organisieren 30 Ehrenamtliche 5-Uhr-Tee, Frauenfrühstück, den Gesprächskreis „Kant und Kismet“ und Besuche in Nachbargemeinden und Moscheevereinen, um Menschen zueinander zu bringen und Brücken zu bauen über das Trennende hinweg. Was diesen interkulturellen und interreligiösen Dialog so schwierig wie beglückend und so notwendig wie hilfreich macht, davon wird Ali Koç im Studiogespräch erzählen, der Sprecher der Begegnungsstube Medina in Nürnberg.

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