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Marianne Moosburner, 70, ist Grüne Dame. Nicht ihr grüner Daumen macht sie zu einer solchen, sondern der grüne Kittel, den sie bei ihrem Einsatz trägt − wie viele der mehr als 11.000 ehrenamtlichen Helfer in deutschen Krankenhäusern und Alteneinrichtungen.
Den neuen Patienten begrüßen, Batterien fürs Hörgerät besorgen, einen Brief ans Amt schreiben, mit dem Bücherwagen über die Station gehen, Kindern vorlesen, den Schwerkranken zuhören und Sterbenden beistehen, einfach da sein, das ist ihre Aufgabe im Krankenhaus Martha-Maria in München. Auch Ilsemarie Tanneberger, 72, verschenkt seit 26 Jahren zweimal in der Woche Zeit: Im Haus am Wiesenweg in Pullach kümmert sie sich um Franz A., 79, und Marie-Luise F., 72.
Manchmal ist die Grüne Dame übrigens auch ein Grüner Herr. Langzeitkranke und alte Menschen bedürfen der Hilfe am meisten, weil Angehörige weit weg oder Freunde nicht mehr vorhanden sind. Die Hauptamtlichen in den Einrichtungen schaffen aus Überlastung nur das Pflicht-Pensum; für die Kür − das Quäntchen mehr an Zuwendung und Gespräch, das die Einsamkeit für einen Moment vertreiben könnte − fehlt ihnen die Zeit.
Als Brigitte Schröder, Ehefrau des früheren Bundesministers Dr. Gerhard Schröder 1969 die Grünen Damen initiierte, wollte sie menschliche Nähe und Wärme in die Krankenhäuser und Altenheime tragen. Wer damit beginnt, findet für sich schnell heraus, dass das Geben keine Einbahn-Straße ist. Petra Dilthey und Uli Schwarz haben fürs evangelische Beratungsmagazin Lebensformen Moosburner und Tanneberger bei ihrem Einsatz beobachtet.
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