Home Sendungen 2007 Theater für die Seele
frontsemmel.jpg
frontnacht_mond.jpg
frontbild kids.jpg
Theater für die Seele Drucken E-Mail

Im Münchner TheaterAtelier machen Menschen Kunst, nicht irgendwelche Menschen, sondern verrückte Normale oder normale Verrückte, wie sie das selbst nennen. Aber was heißt schon normal oder verrückt. Solches Schubladendenken ist Carola Wisnet fremd. Die 50-jährige Regisseurin und Psychologin sieht in Menschen, die mit ihrem Leben nicht zurechtkommen, dem Stress nicht gewachsen sind, die ein Burnout-Syndrom oder Depressionen entwickeln, schlicht Seismografen einer Gesellschaft, deren Lebensbedingungen nicht auszuhalten sind − für manche jedenfalls.

Seit 1997 leitet die gelernte Schauspielerin Carola Wisnet das TheaterAtelier, wählt den Stoff, organisiert den Halt durch regelmäßige Probenarbeit, schafft den geschützten Rahmen, der die persönliche Entwicklung ermöglicht. Am Ende der Proben steht nicht notwendig eine Aufführung. Darin, wie die zwölfköpfige Theatertruppe improvisierend Szenen entwickelt − meist in Anlehnung an ein Stück, wie derzeit „Die Vögel“ von Aristophanes − darin liegt das Heilsame, das Förderliche, nicht im Ziel. Auch wenn das Ergebnis oft beachtlich ist.
Für das evangelische Beratungsmagazin Lebensformen hat Ursula Auginski das TheaterAtelier besucht, Proben beobachtet, mit Regisseurin und Darstellern gesprochen. Gast im Studio ist der Psychiater Dr. Norbert Braunisch, der das Projekt seit zehn Jahren kennt. Warum er es schätzt, begründet er im Studiogespräch fachkompetent. „Mir ist nicht immer zum Lachen, aber ich muss auch nicht mehr so viel weinen wie früher“, sagt die Frau, die den Lachenden Hans verkörpert. Wer in diese traurigen Augen sieht, ahnt, welchem Schmerz das Lächeln abgerungen ist.

 

 

zur DVD

 

Ähnliche Beiträge