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Loslassen - und doch auffangen |
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Wer kennt das nicht: Der Partner schont sich trotz Krankheit nicht; der Sohn schmeißt einfach die Schule; die Eltern werden langsam gebrechlich; der Arbeitsplatz scheint gefährdet − erbitterte Diskussionen, zugeknallte Türen und zergrübelte Nächte bewirken nichts. Wenn sich das Leben verändert, muss Gewohntes, Liebgewonnenes, Bewährtes aufgegeben werden. Lass los, du hast das Notwendige getan, rät die wohlmeinende Freundin, gib Kontrolle ab. Aber wie schafft man das?
In dieser Ausgabe erzählt das evangelische Beratungsmagazin Lebensformen die Geschichte von Evi und Georg Steiger, die mit ihren vier Kindern in einem Münchner Vorort wohnen und ein ziemlich heiles und normales Leben führen. Bis vor fünf Jahren, als der damals 15-jährige Sohn Robert zu kiffen beginnt, aggressiv wird und von der Schule fliegt; bis Georg Steiger unerwartet seinen Job verliert, sich immer mehr in sich zurückzieht. Ihrem Tagebuch vertraut Evi Steiger Wut, Verzweiflung und Ohnmacht an, sucht Unterstützung bei Beratern und Behörden. Schließlich setzen die Eltern den Sohn vor die Tür − und haben ihn dennoch nie aufgegeben.
Leicht war das nicht, leicht ist es auch heute noch nicht. Für die Lebensformen hat Monika Manoutschehri Eltern und Sohn in ihrem Alltag mit der Kamera begleitet und von ihnen erfahren, was sich verändert hat. „Ich halte, weil ich gehalten werde.“ Dieser Satz aus dem Siegel der Bekennenden Kirche könnte auch das Lebensmotto der Steigers sein. Langsam nähern sich Eltern und Sohn wieder an, Robert sucht eine Lehrstelle.
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