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Für das evangelische Beratungsmagazin Lebensformen hatte Filmemacherin Ursula Auginski Mutter und Tochter bereits 2001 porträtiert. Nun holt sie beide noch einmal vor die Kamera. Wie schwierig und schmerzhaft, aber eben auch unausweichlich der Ablösungsprozess für behinderte junge Erwachsene und ihre Eltern ist und wie man ihn bewältigt, davon berichtet Helga Waltl im Studiogespräch mit Lebensformen-Moderator Hartmut Joisten. Die Psychologin begleitet in der Pfennigparade Familien in diesem Prozess.
Nur weg von der Mutter, endlich selbstständig werden − das war Kati B.’s dringlicher Wunsch, als sie mit 19 Jahren endlich ihr Abiturzeugnis in Händen hielt. Es war einer schweren Krankheit abgetrotzt, möglich auch durch das aufopferungsvolle Engagement ihrer Mutter. Denn Kati B. ist durch eine Muskeldystrophie schwerst körperbehindert, kann weder essen noch sich bewegen, ist völlig abhängig von anderen Menschen. Seither setzt die junge Frau ihre Vision vom selbst bestimmten Leben so geduldig wie energisch gegen alle Widerstände durch. Sie zieht in die Stiftung Pfennigparade, ein großes Rehabilitationszentrum in München-Schwabing, wo sie rund um die Uhr versorgt wird, sie kämpft für die notwendige staatliche Unterstützung und nimmt ein Studium auf. Ihrer Mutter macht sie klar: „Du darfst erst kommen, wenn ich dich anrufe“. Für Carmen B. bricht eine Welt zusammen. Zwanzig Jahre lang hatte sie ihre ganze Kraft der Aufgabe gewidmet, ihrem behinderten Kind ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Und nun geht dieses so energisch auf Abstand. Der ersehnte Anruf kommt erst nach vielen Wochen. Mit dem Kind verlässt der Mann die Familie. Mittlerweile ist die 46-jährige Carmen B. geschieden, arbeitet wieder, findet langsam in ein neues Leben und sucht einen Partner. Den hat Kati B. bereits gefunden.
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