Die Blätter fallen, in Bayern hat die Schule begonnen. Nach dem Enthusiasmus des ersten Schultags beginnen auch wieder die kleinen subtilen Schikanen mancher Schüler untereinander. Für diese Ausgabe der Lebensformen hat sich Filmemacherin Monika Manoutschehri umgesehen, wie Schulen versuchen, Hänseleien und Drangsalierungsversuchen der Schüler den Nährboden zu entziehen.
Die Grundschule in Stockdorf bei München hat in jedem Klassenzimmer eine Box für Wünsche und (auch anonyme) Beschwerden aufgehängt und eine wöchentliche Meckerstunde auf den Lehrplan gesetzt. Dort kann Belastendes zur Sprache kommen und Konflikte können ausgetragen werden. Die Hauptschule in Wasserburg kämpfte viele Jahre mit massiven Gewaltproblemen, weil sich Jugendliche unterschiedlicher Ethnien bekämpften. Da beschlossen die Lehrer, dem sozialen Lernen entschieden mehr Raum und Aufmerksamkeit in der Schule zu geben und dabei auch die Eltern mit ins Boot zu holen. Verbindliche Regeln im Umgang miteinander werden nun Tag für Tag eingeübt und Verstöße sofort geahndet. Lebensformen-Moderator Lui Knoll hat Frank Schallenberg ins Studio eingeladen. Der Pädagoge beschäftigt sich seit längerem mit der Problematik des Mobbings unter Kindern und Jugendlichen. Er war als Streetworker regelmäßig zu Besuch in Schulen und dort nicht selten der einzige Ansprechpartner von gemobbten Schüler/innen. Werden die Bedrohungen übersehen oder nicht ernst genommen, fühlen sich die Opfer allein gelassen und ziehen sich zurück, mit nicht selten verheerenden Folgen für die Entwicklung. |