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Irgendetwas scheint mit den Jungs nicht mehr in Ordnung zu sein. Schulversagen ist vor allem ein Jungenproblem. Jugendgewalt ist vor allem Jungengewalt. Offenbar sind unsere Jungen schlecht gerüstet für eine Welt, in der Muskelkraft immer weniger zählt, Einfühlungsvermögen, Gesprächs– und Konfliktfähigkeit jedoch immer mehr. 
Vielleicht hat das damit zu tun, dass den Jungs überzeugende gelebte Vorbilder fehlen. Erziehung ist bei uns weiblich. Die Mutter, die Kindergärtnerin oder die Lehrerin, sie reagieren eher kritisch, oft hilflos, jedenfalls einschränkend, wenn Jungen sich so zeigen, wie sie sind: unbändig, Grenzen auslotend, körperbetont. Problem erkannt, Lösung in Sicht? Männerquoten fürs Lehrpersonal, Teilzeitstellen für Väter, eine spezielle Jungenpädagogik? Das evangelische Beratungsmagazin Lebensformen machte sich auf die Suche nach vielversprechenden Ansätzen und fand: den Pädagogen Robert Roedern, der sich wissenschaftlich mit der Identitätsfindung von Jungen beschäftigt; den 11-jährigen Lukas Mühldorfer, dessen Mutter Ann, 39, die Brötchen verdient, während sich sein Vater Stefan, 42, um ihn kümmert; den Pädagogen Bernd Drägestein, dem das Thema Jungenerziehung zum Lebensthema geworden ist. In dem von ihm mitbegründeten Verein Mannigfaltig sensibilisiert er Eltern, Lehrer, Erzieher und die Jungen selbst für die Mannwerdung der Jungen. Moderator Hartmut Joisten hat Bernd Drägestein ins Studio eingeladen, auch um ihn zu fragen, warum gerade die ungebärdigen Jungs ein Selbstbehauptungstraining brauchen und wie Eltern mit dem Thema „Typisch Junge“ besser umgehen können.
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