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Sandra ist wegen wiederholten Schwarzfahrens zu 500 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Was manche aus der Portokasse zahlen könnten, vermag die Sozialhilfeempfängerin keinesfalls aufzubringen, also droht ihr ersatzweise die Inhaftierung. Sie ist kein Einzelfall.
Nachdem seine Mutter tot war, hat Taner drei Monate lang weiter die Rente kassiert. Markus wurde beim Kiffen erwischt. Arbeitslos und ohne Einkommen, konnten auch sie ihre Geldstrafen nicht zahlen. So werden die so genannten Ersatzfreiheitssträflinge mehr und mehr.  Margarete Wörle von der Straffälligenhilfe im Sozialdienst Katholischer Frauen hat Sandra an ein Sozialprojekt vermittelt, wo sie nun schwitzt statt sitzt. Mike ist im Tierheim München gelandet, hat da mittlerweile eine Anstellung gefunden. Markus und Taner gehören zu den 123 "Schwitzern", die 2003 im Rahmen von "Arbeit statt Strafe" bei der Aidshilfe mitarbeiteten. In dieser Ausgabe des Beratungsmagazins Lebensformen erzählen Sandra, Markus, Taner und Mike von ihren Erfahrungen. Die Sozialarbeit hilft Straffälligen, ihr Leben neu zu ordnen, und vermittelt dabei Lebenskompetenzen. Der Staat spart Geld für die Haftunterbringung, gemeinnützige Einrichtungen wie die Aidshilfe müssten ohne "Schwitzer" Aufgaben abgeben. So ist allen geholfen. Dennoch machen längst nicht alle Ersatzfreiheitssträflinge von dieser Möglichkeit Gebrauch. Warum das so ist und wie man das ändern kann, will Moderator Lui Knoll vom Studiogast wissen, der Sozialpädagogin Margarete Wörle.
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